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Werktitel: recto: Strandlandschaft mit vier Figuren, 1921; verso: Frauen mit Masken, 1909 (Erich Heckel)
Inventarnummer: K-332
Größe/Material: 83 × 96,5 cm, Öl auf Leinwand
Merkmale: sign. und dat. recto l. u. „Erich Heckel 1921“
Zwei Frauen, Seite an Seite, in kräftiges Rot und Pink getaucht, die Gesichter hinter schwarzen Masken verborgen. Erich Heckel komponiert sein Doppelbildnis mit energischer Farbigkeit und expressiver Pinselschrift. Die Formen sind flächig, die Konturen pulsieren, alles scheint in Bewegung. Perspektive oder anatomische Präzision sind weniger wichtig, dem Expressionismus geht es um Ausdruck, nicht Abbild. Die Maske wird zum Symbol: für Rollenspiele, für das Verborgene und vielleicht auch für die Freiheit, Identität neu zu entwerfen. Wie in vielen Werken aus Heckels Zeit als Mitglied der Künstlervereinigung Die Brücke steigern die leuchtenden Farben nicht nur die visuelle Wirkung des Bildes, sie verdichten vor allem das Emotionale. Das Gemälde hat der Künstler auf beiden Seiten bemalt. Die rückseitige Strandlandschaft zeugt von Heckels Stil der 1920er-Jahre: Klare Formen, gedecktere Farben und ein harmonischer Bildaufbau haben den exzessiven Ausdruckswillen der Brücke-Zeit abgelöst. (SW)
Zusammenfassung der Provenienz
Die Strandlandschaft mit vier Figuren/Frauen mit Masken befand sich seit ihrer Entstehung im Jahr 1921 bis September 1970 bei Erich Heckel und seiner Ehefrau Siddi. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gemälde an sicheren Orten, meist in Kellern von Freunden, aufbewahrt und nach 1945, wie einer Liste Siddi Heckels zu entnehmen ist, zurückgeholt. Acht Monate nach dem Tod von Erich Heckel übergab Siddi Heckel das Gemälde im September 1970 in Kommission an die Galerie Wilhelm Grosshennig in Düsseldorf. Von Februar bis März 1971 wurde die Strandlandschaft mit vier Figuren/Frauen mit Masken von Grosshennig in der Gedächtnisausstellung Erich Heckel. Werke aus den Jahren 1905-1960 ausgestellt. Ein Jahr später, am 23. Februar 1972, verkaufte Siddi Heckel das Gemälde an Wilhelm Grosshennig. Vier Jahre später, am 26. Oktober 1976 verkaufte Wilhelm Grosshennig die Strandlandschaft mit vier Figuren/Frauen mit Masken an Helmut Horten.
+ PROVENIENZ
| 1909/1921–1970 | Erich und Siddi Heckel / Nachlass des Künstlers |
| 1970 | Galerie Wilhelm Grosshenning, Düsseldorf (in Kommission, nicht verkauft) |
| 23.2.1972 | Galerie Wilhelm Grosshenning, Düsseldorf, Ankauf von Siddi Heckel, Witwe des Künstlers |
| 26.10.1976 | Helmut Horten, erworben von der Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf |
| 1987 | Heidi Horten |
| seit 2022 | HGH Vermögensstiftung |
+ LITERATUR/ARCHIVE
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Werktitel: recto: Dangester Landschaft, 1908/ verso: Erich Heckel und Sidi Riha, Tanz im Atelier, 1911 (Erich Heckel)
Inventarnummer: K-347
Größe/Material: 64,3 × 72,2 cm/Öl auf Leinwand
Merkmale: monogramm. u. dat. recto „EH 08“
Aus eins mach zwei: Erich Heckel bemalt mitunter ein und dieselbe Leinwand auf beiden Seiten. Auf der Vorderseite hält der deutsche Expressionist ein Stück Landschaft rund um Dangast an der Nordsee ein. Rückseitig ergänzt er später ein ebenso farbintensives Doppelporträt. Um 90 Grad ins Hochformat gedreht, zeigt sich der Maler selbst mit der Frau, die er liebt. Sie heißt Milda Frida Georgi, ist als Tänzerin aber unter Namen Sidi Riha bekannt. Das junge Paar tanzt. Schauplatz dürfte das erste gemeinsame Refugium, ein Berliner Dachboden sein, den die beiden mit Teppichen und selbst bemalten Stoffen ausstaffiert haben. Riha blickt in einen Spiegel um ihre Pose zu prüfen. Dabei hält Heckel ihr ausgestrecktes Bein in die Luft. Das Bein weist auf eine expressionistische Holzfigur, stehend, nackt, mit über dem Kopf verschränkten Armen. Für seine plastische Arbeit ließ sich Heckel häufig von außereuropäischen Kunstformen, von deren Reduktion und archaischer Wirkung, inspirieren. (SW)
Zusammenfassung der Provenienz
Die beidseitig bemalte Leinwand mit der Dangaster Landschaft und Erich Heckel und Sidi Riha befand sich bis 1964 durchgehend im Besitz des Künstlers und wurde von diesem bei Roman Norbert Ketterer in Campione eingeliefert, was im Nachlass Erich Heckel in Hemmenhofen bestätigt wurde. 1966 verkaufte Ketterer das Gemälde an den Hamburger Sammler Hans Ravenborg. Am 11. Oktober 2001 wurde das Gemälde bei Christie’s in der Auktion German and Austrian Art in London aus der Sammlung Ravenborg angeboten und von Heidi Horten erworben.
+ PROVENIENZ
| 1908/1911 – 1964 | Erich Heckel, Hemmenhofen |
| 1964 – 1966 | Roman Norbert Ketterer, Campione |
| 1966 – 2001 | Hans Ravenborg, Hamburg |
| 11.10.2001 | Christie’s London, German and Austrian Art, Los 22 |
| 2001 | Heidi Horten |
| seit 2022 | HGH-Vermögensstiftung, Vaduz |
+ LITERATUR/ARCHIVE
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